TerraMow und Segway Navimow werden oft zusammen genannt, weil beide ohne klassisches Begrenzungskabel arbeiten. Technisch sind sie aber nicht gleich. TerraMow orientiert sich über TerraVision, ein visuelles Wahrnehmungssystem mit visueller Positionierung, Stereosicht und Bildsegmentierung. Segway Navimow arbeitet je nach Serie mit EFLS, RTK/GNSS, visueller Erkennung und App-Karten. Bei der X4-Serie kombiniert EFLS 3.0 NRTK beziehungsweise Netzwerk-RTK, Kameras und bei Bedarf lokale RTK-Komponenten. Für den Kunden ist dieser Unterschied wichtiger als die Frage, welcher Name bekannter ist.
TerraMow: wenn der Garten optisch eindeutig ist
TerraMow benötigt keine Begrenzungsdrähte und keine RTK-Referenzstation. Das ist ein großer praktischer Unterschied, weil keine Antenne positioniert und kein RTK-Signal geplant werden muss. Der Mäher nutzt visuelle Positionierung für Navigation, systematisches Mähen und Rückkehr zur Basisstation. Außerdem erkennt TerraMow Objekte, die nicht auf dem Rasen liegen, über Stereosicht und Bildsegmentierung. Das macht TerraMow besonders interessant für typische Privatgärten, in denen Beete, Wege, Rasenflächen und Kanten optisch gut unterscheidbar sind.
Aus dem technische Dokumentation ergeben sich aber auch klare Praxispunkte. Die Basisstation ist nicht nur ein Ladepunkt, sondern Teil der Orientierung. Ihr Marker sollte sauber gehalten werden, und Gras oder Schmutz rund um die Station können Probleme verursachen. Für eine zweite getrennte Rasenfläche ist bei TerraMow eine zusätzliche Basisstation vorgesehen. Wer also mehrere vollständig getrennte Rasenbereiche mähen möchte, sollte dieses Detail vor dem Kauf einplanen. TerraMow findest du bei RainShift in der TerraMow Kategorie, inklusive TerraMow V600 und TerraMow V1000. Weitere Hintergründe stehen in unseren Beiträgen TerraMow – Die Revolution der Mähroboter und TerraMow: Großes Software-Update.
Navimow: wenn Positionierung und Zonenplanung im Vordergrund stehen
Segway Navimow ist anders aufgebaut. Navimow X4 nutzt NRTK beziehungsweise Netzwerk-RTK als empfohlenen Positionierungsdienst, wenn der Dienst in der jeweiligen Region verfügbar ist. EFLS 3.0 ergänzt diese Positionierung durch Kameras und visuelle Erkennung. Netzwerk-RTK liefert Korrekturdaten über das Mobilfunknetz und kann die physische RTK-Installation vereinfachen. Wenn lokales RTK verwendet wird, muss die Antenne mit dem Mäher eingerichtet werden; bei Bedarf kann eine Signalverstärkungsantenne zur Erweiterung der GPS-Signalabdeckung eingesetzt werden. Die Ladestation soll eben, auf Rasenhöhe und ohne störende Hindernisse in der Nähe installiert werden, besonders wenn lokales RTK genutzt wird.
Für komplexere Gärten sind die Kartenfunktionen entscheidend. Bei der X4-Serie definieren virtuelle Begrenzungen die Mähzonen. Außerdem werden Sperrzonen beziehungsweise BioLife-Inseln für Bereiche genannt, die der Mäher meiden soll, zum Beispiel Blumenbeete, Teiche oder Sprinklerköpfe. Kanäle verbinden separate Mähzonen miteinander oder führen zur Ladestation. Bei der X4-Serie können bis zu 120 Mähzonen angelegt werden. Das klingt nach viel Reserve, ändert aber nichts daran, dass die Verbindung zwischen den Zonen im Garten real befahrbar sein muss. Navimow findest du bei RainShift in der Segway Kategorie; für bestimmte Installationen kann das GNSS-Antennen-Verlängerungskabel sinnvoll sein.
Welche Fragen entscheiden in der Praxis?
Die Entscheidung zwischen TerraMow und Navimow sollte nicht über ein einzelnes Schlagwort fallen. Bei TerraMow ist wichtig, ob der Garten optisch klar genug ist und ob die Flächenlogik mit einer oder mehreren Basisstationen passt. Bei Navimow ist wichtig, wie gut die Positionierung funktioniert, ob Netzwerk-RTK verfügbar ist, wo Ladestation und Antenne stehen können und wie Zonen, Sperrzonen und Kanäle angelegt werden. Bei beiden Systemen bleiben nasser Rasen, hohe Grasbereiche, schlecht gepflegte Kanten und wechselnde Hindernisse echte Einflussfaktoren.
RainShift bewertet deshalb nicht nur Modell und Flächenleistung, sondern das Gartenprofil: freie Sicht zum Himmel, Schatten, Baumkronen, Durchgänge, getrennte Rasenstücke, Regnerköpfe, Mähzeiten und Nutzung durch Kinder oder Haustiere. TerraMow ist eine starke Lösung, wenn eine visuelle, antennenfreie Navigation zum Garten passt. Navimow ist stark, wenn die Positionierung sauber geplant werden kann und die App-Zonen sinnvoll aufgebaut werden. Beide Systeme können gut sein; falsch ausgewählt wirken beide im Alltag unnötig kompliziert.
Typische Gartenbeispiele aus der Beratung
Ein kleiner Stadtgarten mit klarer rechteckiger Rasenfläche, Terrasse, Beetkante und Hecke ist häufig kein RTK-Problem, sondern ein Strukturproblem. Wenn der Mäher die Fläche optisch gut lesen kann und keine zweite getrennte Zone angebunden werden muss, ist TerraMow naheliegend. Der Kunde spart sich die Frage, wo eine RTK-Antenne stehen kann, und bekommt ein System, das gerade ohne Begrenzungsdraht und ohne RTK-Referenzstation gedacht ist. Kritisch wird es erst, wenn die Rasenkante sehr unklar ist, wenn ständig Gegenstände auf der Fläche liegen oder wenn die Basisstation schlecht sichtbar und schlecht erreichbar steht.
Ein großer offener Garten mit mehreren Zonen, breiten Wegen und freiem Himmel ist dagegen eher ein Navimow-Thema. Die X4-Serie kann Mähzonen, Sperrzonen und Kanäle verwalten; das ist genau dann hilfreich, wenn ein Garten nicht nur aus einer Fläche besteht. Trotzdem muss man die Zonen nicht möglichst kompliziert anlegen. Je einfacher die Karte aufgebaut ist, desto weniger Stellen gibt es, an denen der Mäher später unnötig rangieren muss. Bei Beeten, Teichrändern oder Sprinklerköpfen sind Sperrzonen sinnvoll, wenn sie mit ausreichend Platz eingezeichnet werden. Bei temporären Gegenständen wie Trampolin oder Grill sollte man bewusst entscheiden, ob eine temporäre Sperrzone reicht oder ob der Gegenstand regelmäßig weggeräumt werden kann.
Was nach der Installation kontrolliert werden sollte
Nach dem ersten Mapping ist die Arbeit nicht abgeschlossen. Bei TerraMow sollte geprüft werden, ob der Mäher die Rückkehr zur Basisstation zuverlässig schafft, ob die Basisstation sauber erkannt wird und ob die App-Zeitpläne zur tatsächlichen Nutzung des Gartens passen. Bei Navimow sollte kontrolliert werden, ob die Positionierung stabil bleibt, ob Kanäle sauber befahren werden und ob Sperrzonen nicht zu eng gesetzt sind. Bei beiden Systemen ist ein Testlauf an den schwierigen Stellen wichtiger als ein perfekter Eindruck auf der offenen Rasenmitte.
RainShift empfiehlt deshalb, nach der Einrichtung nicht nur einen Start aus der App zu testen, sondern mehrere reale Situationen: Rückfahrt zur Station, Fahrt durch den schmalsten Bereich, Verhalten an der längsten Kante, Umfahren einer Beetinsel und Reaktion auf eine frisch bewässerte Fläche. Genau dort zeigt sich, ob die gewählte Technik zum Garten passt.
Navimow nicht auf RTK reduzieren
Navimow sollte nicht als reines RTK-System beschrieben werden. Bei der X4-Serie arbeiten NRTK, EFLS, Kameras und visuelle Erkennung zusammen. Zusätzlich spielen AWD, Xero-Turn-Lenkung, TCS und Federung eine Rolle, wenn der Garten Hanglagen oder unebene Bereiche hat. Bei anderen Navimow-Serien kommen wiederum andere Schwerpunkte dazu, darunter i2-LiDAR-Modelle. Für den Vergleich mit TerraMow heißt das: TerraMow ist stark über visuelle Navigation ohne RTK-Referenzstation, Navimow deckt je nach Serie ein breiteres Feld aus NRTK, Kamera, LiDAR und Fahrwerkstechnik ab.
In der Beratung muss deshalb zuerst geklärt werden, welche Navimow-Serie gemeint ist. Ein kleiner Garten mit klaren Kanten stellt andere Anforderungen als ein großer Hang mit mehreren Zonen. Bei der X4-Serie ist das Fahrwerk selbst ein Teil der Lösung. Bei i2-LiDAR steht dagegen stärker die LiDAR-Umgebungswahrnehmung im Vordergrund. Diese Unterscheidung verhindert falsche Vergleiche.


